Wenn der diagonale Bildwinkel 80˚ bei Fotoaufnahmen überschreitet, so spricht man von einem Superweitwinkel-Objektive. Durch die für diese Objektive typischen Verzerrungen werden sie häufig in der Naturfotografie und im künstlerischen Bereich eingesetzt, da interessante Effekte hervorgerufen werden.
Weitere Verwendung finden sie zudem gelegentlich auch in der Aktfotografie. Die gängigsten Brennweiten beim Kleinbildformat sind 24 mm (diagonaler Bildwinkel 84˚), 20 mm (diagonaler Bildwinkel 94˚), 17 mm (diagonaler Bildwinkel 104˚) und 14 mm (diagonaler Bildwinkel 114˚).
Der Einsatz der Superweitwinkel-Objektive erfolgt besonders häufig in der Landschaftsfotografie. Hierbei wird oftmals der Vordergrund betont, diesen Effekt kann man durch nahes Herangehen erreichen, bspw. indem man sich auf den Boden legt. Bei Aufnahmen mit dem Superweitwinkel-Objektive müssen einige Dinge besonders beachtet werden. Die Empfindlichkeit gegenüber Streulicht steigt mit der Größe des Bildwinkels an. Zudem können so genannte Blendenreflexe entstehen, wenn eine starke Lichtquelle wie z.B. die Sonne im Bild auftritt. Im besten Fall meidet man beim Fotografieren Aufnahmen, bei denen die Sonne im Bild oder nahe an dessen Rand erscheint.
Einen weiteren Bereich, den Aufnahmen mit dem Superweitwinkel-Objektive abdecken, ist die Architekturfotografie. Um hierbei stürzende Linien zu vermeiden, muss die Kamera bei der Aufnahme unbedingt waagerecht gehalten werden. Dies ist jedoch erschwert, falls man das komplette Gebäude abbilden möchte. In manchen Fällen werden die stürzenden Linien jedoch bewusst als künstlerisches Element eingesetzt. Superweitwinkel-Objektive erhalten in manchen Fällen auch den Namen Ultraweitwinkelobjektive und werden dementsprechend mit SWW und UWW abgekürzt.
Das so genannte Goertz-Hypergon stellt das Superweitwinkel-Objektive mit der kürzesten Brennweite dar, und kann bei einem Bildwinkel von 130˚ verhältnismäßig scharfe und verzerrungsfreie Abbildungen erstellen. Entwickelt wurde es bereits um 1900 herum. Ein Problem bei Aufnahmen mit dem Superweitwinkel-Objektive stellt der extreme Lichtabfall am Bildrand dar. Dieses Phänomen nennt sich auch Vignettierung (Abschattung zum Bildrand hin).