Der Bildwinkel des Weitwinkelobjektivs ist größer als der, der dem normalen Eindruck des menschlichen Auges entspricht. Dieser Objektivtyp besitzt eine kürzere Brennweite, weniger als 50 mm beim Kleinbildformat und einen größeren Bildwinkel als ein Normalobjektiv.
Der Bildmaßstab bei gleicher Entfernung des Motivs wird durch Benutzung des Weitwinkelobjektivs verkleinert. Hierdurch wird die beim Einsatz des Weitwinkelobjektives erwünschte Schärfentiefe erreicht. Die Abbildung ergibt einen größeren Bereich, jedoch mit verkleinerten Gegenständen. Durch diese Objektivart kann sich die räumliche Tiefe besonders darstellen lassen. Entgegen der realen Begebenheiten werden weit entfernte Motive mit noch größerer Distanz dargestellt, dies führt zu einer oft übertriebenen Tiefenstaffelung.
Zu den gängigsten Klassen der Weitwinkelobjektive zählen die gemäßigten Weitwinkelobjektive (Reportageobjektive), Superweitwinkelobjektive, Zoom-Objektive mit Weitwinkelbereich, Fischaugen-Objektive und Fischaugen-Zoom-Objektive, die Einteilung erfolgt aufgrund der unterschiedlichen Brennweite und dem Einsatzbereich.
Für die Reportagefotografie werden gemäßigte Weitwinkelobjektive eingesetzt, da diese eine höhere Schärfentiefe bei verhältnismäßig geringen Verzerrungen aufweisen. Die Brennweiten liegen bei 35 mm (diagonaler Bildwinkel 63˚) und 28 mm (diagonaler Bildwinkel 75˚).
Die Brennweiten der Superweitwinkelobjektive liegen zwischen 24 mm (diagonaler Bildwinkel 64˚) und 14 mm (diagonaler Bildwinkel 114˚). Sie finden ihren Einsatz verstärkt in der künstlerischen und Naturfotografie, zeitweise auch im Bereich der Aktfotografie, besonders auffällig ist der gewollte Effekt der typischen Verzerrungen, der durch diese Brennweiten erreicht wird.
Fischaugen-Objektive weisen zwei typische Eigenschaften auf: die Brennweite legt den Maßstab der Abbildung fest und der abgebildete Winkelbereich liegt bei 150˚ bis 180˚, bei Ausnahmefällen bis 220˚. Diese Bildwinkel sind bei normalen Objektiven nicht machbar. Eine Besonderheit bei der Projektion im Vergleich zu Superweitwinkelobjektiven stellt die Abbildung gerader Linien dar, die nicht im Bildmittelpunkt liegen, diese werden nach außen gebogen dargestellt. Dieser Effekt wird auch „rund verzeichnen“ genannt. Sowohl im Weitwinkel- als auch im Fischaugenobjektivbereich sind Zoom-Objektive erhältlich. Diese weisen einen veränderlichen Bildwinkel auf. Die gängigsten Objektive im Kleinbildformat weisen Bereiche von 24-70 mm, 17-40 mm, 16-35 mm und 12-24 mm auf. Bei den Fischaugen-Zoom-Objektiven sind variable Brennweiten von 17-28 mm erhältlich. Tipp: personalisiertes Marketing.